In Edelmetall und Wirtschaft Aktuell
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In der Welt der Münzen fällt es zunehmend schwerer, mit einem Münzmotiv die Aufmerksamkeit der Sammler und Anleger zu gewinnen – mit innovativen Spezialeffekten (wie beispielsweise der Polymerring der Fünf-Euro-Gedenkmünzen) oder neuartigen Metallen (Niob aus Österreich) buhlen Prägestätten in aller Welt um die Gunst der Kunden. Wenigen gelingt es dagegen, mit schlichter Eleganz und Symbolkraft zu punkten – der Royal Mint aus Großbritannien ist dieses Kunststück gelungen.

Das erste Bullionprodukt der britischen Royal Mint, die Britannia, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Klassiker für Investoren und Münzfreunde entwickelt. Seit 1987 erscheint die Britannia in Gold, seit 1997 auch in Silber. Die Gestaltung mit dem berühmten „Standing Britannia Design“ von Philip Nathan wurde in den vergangenen Jahren nur in Ausnahmefällen verändert, die Royal Mint setzt bei dem Design auf Kontinuität.

Mit der Britannia hat die Royal Mint eines der bekanntesten Symbole für das Vereinigte Königreich auf die Anlagemünzen gebracht. Bereits bei den „alten Römern“ war Britannia als Verkörperung des Landes und als Gottheit bekannt und wurde verehrt. Die Frauenfigur soll den Patriotismus und die Macht auf den Weltmeeren als Handelsnation deutlich machen. Zudem wird der Name bis heute vor allem für Schiffe genutzt.

Heutzutage ist die Britannia jedoch vor allem als Anlagemünze bekannt, sie bildet die Grundlage für den Erfolg der Royal Mint in den vergangenen Jahren. Denn lange Zeit gab es neben der Britannia und dem Gold-Sovereign keine weiteren Investment-Prägungen und die Royal Mint stand im Schatten der anderen Traditions-Prägestätten wie der Perth Mint oder der Münze Österreich. Mit der „Lunar-Serie“ oder den „Queen’s Beasts“ ist die Mint jedoch längst in der Weltklasseliga der Prägestätten angekommen. Sie macht deutlich, dass „Sammeln“ und „Anlegen“ keine Widersprüche sind und dass feinstes Design auch auf massenhaft geprägten Investmentprodukten möglich ist.

In den vergangenen Jahren hat deshalb auch das Interesse an der Britannia als Investment-Klassiker aus Großbritannien zugenommen – zurückliegende Jahrgänge haben teilweise deutlich über dem Metallpreis liegende Sammlerwerte entwickelt und die Sammlereditionen der Britannia in Proof-Qualität sind meist kurz nach Erscheinen restlos ausverkauft.

Und in diesem Jahr hat die Royal Mint die Münzwelt mit einer spannenden Überraschung erfreut: Die Britannia erscheint mit einem leicht veränderten Design und weist einen orientalischen Münzrand auf, um an die Geschichte der britischen Handelsdollars zu erinnern. Mit dieser Sonderprägung möchte die Royal Mint insbesondere in Asien neue Fans gewinnen, denn dort genießt Großbritannien bis heute als Handelsnation großes Ansehen. Und es ist anzunehmen, dass künftig auch weitere Britannia-Münzen mit Sondergestaltung auf den Markt kommen, um Sammler und Anleger gleichermaßen zu erfreuen.