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14. Januar 2015. – Um 1,7 Prozent ist die deutsche Wirtschaft im Jahr 2015 gewachsen (kalenderbereinigt: 1,5 Prozent) nach 1,6 Prozent in 2014. Außenhandel, Investitionen und vor allem privater Konsum trugen positiv zum Wachstum bei. Besonders erfreulich: In 2015 gab es mehr als 43 Millionen Erwerbstätige. Das entsprach einem Zuwachs von 329 000 Personen gegenüber dem Vorjahr (+0,8 Prozent). Die Eintrübung der Wirtschaftslage in anderen Regionen der Welt hat die deutsche Wirtschaft bislang nicht (sichtbar) berührt.

Mit Blick nach vorn sollte jedoch nicht übersehen werden, dass sich die Aussichten über dem weltweiten Konjunkturhimmel eingetrübt haben. Das gilt insbesondere für die Konjunkturen der aufsteigenden Volkswirtschaften. Die Wachstumsverlangsamung in China, der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft, wird Auswirkungen auf alle anderen Volkswirtschaften haben – direkt oder indirekt. Auch eine Fortsetzung der Renminbi-Außenwertung birgt erhebliches Stör- beziehungsweise Abschwächungspotenzial für die Weltwirtschaft. Die zunehmende Unsicherheit reflektiert sich im Goldpreis, der seit Jahresbeginn um gut 3 Prozent gelegt hat.

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Die alljährliche Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach hat zudem jüngst einen „Hoffnungseinbruch“ bei den Deutschen verkündet: Mit Hoffnung sehen nur noch 41 Prozent der Befragten dem neuen Jahr entgegen – nach noch 56 Prozent im Vorjahr. Die Allensbach-Umfrage, die seit 1949 durchgeführt wird, hat einen relativ guten Vorlauf zum deutschen Wirtschaftswachstum (siehe die Graphik) – und sie deutet nunmehr auf Wachstumsverlangsamung hin, vielleicht sogar auf einen Rückgang der Produktionsleistung.

Wohlgemerkt: Der Blick auf die Allensbach-Umfrage (und gleiches gilt für den Blick auf alle anderen Indikatoren) erlaubt keine verlässliche Prognose der Zukunft. Aber er ist immerhin ein Puzzelteil im Bemühen, sich ein Bild von der künftigen Wirtschaftsentwicklung zu machen. Die internationalen Geschehnisse – insbesondere die Wachstumsverlangsamung in China – und die Probleme in der globalen Geld- und Kreditarchitektur mahnen zur Vorsicht. Das weltweite Wirtschaftswachstum und damit auch das deutsche sind verwundbarer, als der Blick auf die erfreulichen Zahlen für das vergangene Jahr es nahelegt.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Polleit

Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel Gmbh

thorsten.polleit@degussa-goldhandel.de

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