In Edelmetall und Wirtschaft Aktuell

Der Weg Europas wurde in den vergangenen 300 Jahren maßgeblich von einem Land bestimmt: In Frankreich nahm im Jahr 1789 mit der Französischen Revolution eine Entwicklung ihren Lauf, die in den darauf folgenden Jahrzehnten den gesamten europäischen Kontinent erfasste. Und nicht nur die Symbole der Revolution wurden zu Ikonen, auch die Legenden rund um die französischen Herrscher halten sich bis in die heutige Zeit: Napoleon Bonaparte, der mit dem „code civil“ das Rechtswesen Frankreichs bis heute geprägt hat, oder Ludwig XVI. als letzter Herrscher des Ancien Régime.

Sie und viele andere prominente Figuren der französischen Geschichte sind in Deutschland auch in Münzsammlungen zu finden – die Goldmünzen aus Frankreich üben auf Sammler und Anleger gleichermaßen eine große Faszination aus. Zur Stabilisierung der Währung und als politisches Zeichen setzte auch Frankreich frühzeitig auf goldene Münzen als Zahlungsmittel, sodass eine ganze Reihe an Umlaufmünzen aus Gold geprägt wurden: Goldstücke zu fünf, zehn, zwanzig, vierzig und hundert Francs waren üblich, die Gewichte lagen zwischen 1,61 und 32,26 Gramm.

Die Goldmünzen waren im Umlauf nicht alltäglich anzutreffen, sondern wurden üblicherweise für größere Anschaffungen oder als Notgroschen verwendet. Dennoch wurden die meisten Jahrgänge in hoher Auflage geprägt, insbesondere für den Handel mit Nachbarstaaten. Dadurch ergibt sich für Edelmetall-Investoren eine komfortable Situation: Sie können heutzutage die historischen Schätze aus Frankreich nah am reinen Metallpreis erwerben und französische Goldmünzen als Alternative zu modernen Anlageprägungen wie dem Krügerrand oder dem Maple Leaf verwenden.

Die historischen Goldmünzen aus Frankreich sind auch aus einem anderen Grund für deutsche Sammler und Anleger interessant: Frankreich ist einer der Gründerstaaten der Lateinischen Münzunion, die im 19. Jahrhundert gegründet wurde, um den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr durch einheitliche Münzgrößen zu erleichtern. Zwar trat Deutschland dem Abkommen nie bei, doch das Kaiserreich lehnte seine Umlaufmünzen aus Gold und Silber an die Vorbilder aus Frankreich, Italien und Belgien an. Die französischen Goldmünzen fügen sich somit nahtlos in eine Sammlung der historischen Goldmünzen Europas ein.

Geschichtsinteressierte Motivsammler kommen bei den Goldmünzen aus Frankreich voll auf ihre Kosten: Napoleon III. mit Lorbeerkranz, die Marianne und der gallische Hahn, der stehende Engel – viele der bekanntesten Münzmotive des langen 19. Jahrhunderts stammen aus Frankreich und sind im Degussa-Webshop zu bekommen: Seit dem Wiener Kongress waren von Napoléon I. (Napoléon Bonaparte) bis Napoleon III. insgesamt sechs Herrscher an der Macht, deren Bildnisse wiederholt angepasst wurden. So stellen französische Goldmünzen auch ein spannendes Sammelgebiet dar, welches mit Preisen im niedrigen dreistelligen Bereich auch für den schmalen Numismatiker-Geldbeutel erschwinglich ist. Und da einzelne Jahrgänge und Motive nur in geringer Auflage geprägt wurden, ergibt sich beim Stöbern beim Edelmetallhändler auch eine spannende Chance auf Wertzuwächse jenseits des reinen Goldpreises.