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30 Jahre Kookaburra: Zum Geburtstag wird die Queen verbannt
Als die australische Perth Mint im Jahr 1990 eine neue Silbermünze mit einem Vogel vorstellte, hat wohl niemand erwartet, dass sich der Kookaburra zu einer der beliebtesten Anlagemünzen der Welt entwickeln würde. Silbermünzen mit Tiermotiven gab es bereits damals wie Sand am Meer und es gab kaum einen Vertreter der Tierwelt, welcher nicht auf irgendeiner Prägung aus einem exotischen Land gewürdigt wurde. Zudem steckte das moderne Edelmetall-Investment, wie wir es heute kennen, noch in den Kinderschuhen: Erst in den achtziger Jahren hatten einzelne Prägestätten damit begonnen, der südafrikanischen Anlagemünze „Krügerrand“ mit eigenen Investment-Prägungen in Gold und Silber ernsthaft Konkurrenz zu machen.

Inzwischen hat sich der Kookaburra allerdings zu einem wahren Bestseller entwickelt und zählt bei den Edelmetallhändlern in Deutschland zu den beliebtesten Silbermünzen. Und im Jahr 2020 steht ein Jubiläum bevor, welches nur wenige Münzmotive erreichen: Die Erstausgabe der Kookaburra Silbermünzen jährt sich zum 30. Mal. Zu diesem besonderen Jubiläum hat sich die Perth Mint etwas ganz besonderes einfallen lassen: Auf der Wertseite der Kookaburra-Anlagemünzen des Jahres 2020 ist nicht, wie in den vergangenen Jahrzehnten üblich gewesen, die britische Königin Elisabeth II. zu sehen, sondern der Kookaburra, so wie er auch auf der ersten Münze der Serie im Jahr 1990 dargestellt wurde. Weil auf jeder Münze aus Australien dennoch die Monarchin abgebildet sein muss, haben die Münzgestalter die Queen im Miniaturformat in den oberen Bereich der Wertseite verbannt.

Für die große Beliebtheit der Kookaburra-Silbermünzen hierzulande gibt es viele gute Gründe: So handelt es sich bei der Prägung zwar um ein klassisches Anlageprodukt, welches durch seine prächtige Gestaltung und hochwertige Verarbeitung jedoch auch für Sammler interessant ist. Die Kookaburras weisen ein Finish mit matten sowie glänzenden Flächen auf, wie man es sonst nur von Münzen in feinster Prägequalität „Polierte Platte“ kennt. Zudem werden die Investmentmünzen, anders als ihre Konkurrenz aus Kanada, Österreich oder den USA, in einer stabilen hart Plastikkarte ausgeliefert. Trotz dieser edlen Aufmachung werden die Kookaburra-Münzen trotzdem zu einem niedrigen Preis verkauft, welcher für klassische Edelmetallanleger interessant ist.

Während sich viele Kookaburra-Fans jedes Jahr im Spätherbst auf die neueste Ausgabe der Kookaburra Silbermünzen stürzen, sind auch die zurückliegenden Jahrgänge äußerst begehrt. Denn die australische Perth Mint hat für ihre Anlagemünzen stets eine maximale Prägemenge festgelegt, welche allerdings nicht ausgenutzt wird, wenn die Nachfrage hinter den Planungen zurückbleibt. Und so ist es in den vergangenen 30 Jahren häufig vorgekommen, dass deutlich weniger Kookaburra-Silbermünzen hergestellt wurden als geplant. Im Nachhinein entwickeln sich aber besonders die Jahrgänge, welche zum Zeitpunkt ihres Erscheinens nicht stark nachgefragt waren, zu seltenen Raritäten mit einem entsprechenden Sammleraufschlag. Dies trifft beispielsweise auf die Jahrgänge 2004 und 2006 zu, welche deutlich oberhalb des aktuellen Silberpreises gehandelt werden.

Auch wenn der Kookaburra bis heute im Hinblick auf die jährlichen Prägezahlen weit hinter den massenhaft geprägten Anlagemünzen, insbesondere dem Wiener Philharmoniker aus Österreich sowie dem Maple Leaf aus Kanada und dem Känguru aus Australien zurückbleibt, ist diese Münze bei vielen Anlegern in Deutschland beliebt: In den vergangenen Jahren haben die zurückliegenden Ausgaben meist kurz nach Veröffentlichung des Nachfolgejahrgangs einen leichten Wertzuwachs jenseits des reinen Silberpreises erfahren. Und wer beabsichtigt, mit seinem Silberinvestment eine Rendite zu erzielen, die oberhalb des Wertzuwachses des Metalls liegt, sollte sich die Kookaburra Münzen näher ansehen. Denn die Kookaburra-Silbermünzen sind nicht nur auf dem klassischen Investment-Markt gefragt, sondern auch in der Welt der Sammlermünzen. Und spätestens mit dem 30. Geburtstag ist der Kookaburra in die Champions League der Münzen aufgestiegen, in die es bisher nur wenige Motive wie beispielsweise der Krügerrand oder der Wiener Philharmoniker geschafft haben.