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Lunar-Münzen: Ein numismatischer Evergreen
Farbapplikationen in den Neunzigern, Hologramm-Prägungen rund um die Jahrtausendwende und Polymer-Ringe in der heutigen Zeit – immer wieder gibt es Trends in der Welt der Münzen, welche für einige Jahre im Mittelpunkt des Sammlerinteresses stehen und danach wieder aus dem Blickfeld verschwinden. Und mit den beliebtesten Prägetechniken verhält es sich genauso wie mit speziellen Sammelgebieten: Themen wie die Euro-Münzen erfreuen sich einige Jahre lang großer Beliebtheit und geraten dann in Vergessenheit. Dass eine Münzenserie nach ihrem offiziellen Ende gleich zweimal neu aufgelegt wird, ist hingegen eine einmalige Entwicklung in der Welt der Numismatik.

Der Perth Mint aus Australien ist dieses Kunststück gelungen: Im Jahr 2020 erscheint die beliebte Lunar-Anlagemünzen-Serie bereits zum dritten Mal in Gold und Silber und erstmals in der Geschichte der Prägestätte auch in Platin. Nachdem die Serie erstmals 1996 aufgelegt wurde und 2007 endete, entschieden sich die Australier, die beliebten Lunar-Münzen mit leicht veränderter Gestaltung erneut auszugeben. Und als 2019 diese Neuauflage nach 12 Ausgaben ebenfalls höchst erfolgreich abgeschlossen wurde, konnte die Perth Mint nicht anders – sie präsentierte für das Jahr 2020 kurzerhand die „Lunar III“-Serie.

Die Beliebtheit der australischen Anlagemünzen lässt sich nur teilweise mit den prächtigen Motiven begründen, welche dem chinesischen Mondkalender entlehnt sind. Die Lunar-Münzen stellen die zwölf Tiere dar, welche in der chinesischen Mythologie vorkommen und auch in zahlreichen Legenden seit tausenden von Jahren einen festen Platz haben. Bei renditeorientierten Anlegern stehen die Lunare aus Australien seit 1996 kontinuierlich im Fokus, weil die Auflagezahlen deutlich unterhalb der weltweiten Nachfrage angesiedelt sind. Offiziell haben die Australier ein Prägelimit von maximal 300.000 Stück in Silber und 30.000 Stück in Gold festgelegt. In den vergangenen Jahren wurden diese Werte auch stets erreicht. Doch insbesondere in den späten neunziger Jahren sowie nach dem Jahrtausendwechsel nahm die Nachfrage nach Gold und Silber kurzzeitig ab. Die Folge: Die Auflagen der Lunar-Münzen lagen weit unterhalb der Obergrenzen.

Wegen der mangelnden Nachfrage von einst haben sich in der Zwischenzeit jedoch zahlreiche moderne Raritäten entwickelt, die inzwischen von Sammlern und Anlegern stark nachgefragt und mit entsprechenden Wertaufschlägen belohnt werden. Nur drei Beispiele: Der Jahrgang 1997 der „Lunar I“-Serie mit dem Ochsen bringt es auf lediglich 13.709 Exemplare. Von der Variante mit einem Gewicht von einer Viertelunze des Jahres 1996 (Maus) wurden lediglich 1390 Exemplare geprägt. Und auch unter den modernen Ausgaben der „Lunar II“-Serie befinden sich zahlreiche Raritäten: Nur 628-mal gibt es die Ausgabe 2008 mit der Maus und einem Gewicht von zwei Unzen. Auch im Degussa-Onlineshop gibt es zahlreiche Motive und Jahrgänge, welche man anderswo vergeblich sucht.

Wer eine vollständige Lunar-Kollektion besitzen möchte, braucht also viel Zeit, Geduld und das entsprechende Budget: Zahlreiche Lunar-Münzen aus Gold und Silber werden inzwischen zu einem vielfachen des reinen Edelmetall-Preises gehandelt. Starke Nachfrage kommt insbesondere aus Asien, wo kaufkräftige Sammler alles aufkaufen, was mit der chinesischen Kultur in Verbindung steht – vor allem sind Münzmotive begehrt, welche von Ländern außerhalb des asiatischen Kontinents herausgegeben wurden. Damit stehen insbesondere die Komplettsets der Lunar I und Lunar II Serie bei Sammlern hoch im Kurs, welche Degussa in begrenzter Anzahl anbieten kann. Und es ist wahrscheinlich, dass auch die „Lunar III“-Serie, die ab sofort bei Degussa zu bekommen ist, eine ähnliche Entwicklung nimmt wie ihre Vorgänger.

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