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5. Januar 2016. – Das neue Jahr hat mit neuerlichen Turbulenzen begonnen: Die schwache Konjunktur in China bereitet vielen Wirtschaftsnationen zusehends Sorge; im Nahen Osten verschärfen sich die politischen Spannungen; die Flüchtlingskrise stellt den Zusammenhalt der EU auf den Prüfstand; die europäischen und asiatischen Aktienmärkte knicken ein. Ist all das ein Menetekel für die Weltwirtschaft im neuen Jahr?

Wie auch immer die Antwort auf diese Frage ausfallen mag: Die jüngsten Geschehnisse zeigen in aller Deutlichkeit, dass die Probleme, die sich in vielen Volkswirtschaften durch den Jahrzehnte langen Verschuldungs-Boom aufgetürmt haben, ungelöst sind. Die Zentralbanken haben zwar die Zinsen auf extrem niedrige Niveaus geschleust und die elektronischen Notenpressen angeworfen. Dadurch lösen sie die Probleme aber nicht, bestenfalls überdecken sie sie und schaffen einen „Scheinaufschwung“, der früher oder später in sich zusammensacken muss.

Es wäre also alles andere als verwunderlich, wenn auch im neuen Jahr die Volkswirtschaften und die Finanzmärkte anfällig bleiben für Turbulenzen. Das wiederum wird die Zentralbanken dazu anhalten, mit ihrer Tiefzins- und Geldmengenvermehrungspolitik weiterzumachen wie bisher. Aus eben diesem Grund bleibt für Anleger die Goldhaltung eine wichtige „Impfung“ gegen die Entwertung ihrer Ersparnisse.

Das gilt insbesondere für Anleger im Euroraum. Der Goldpreis liegt derzeit wieder bei ungefähr 1.003 Euro pro Feinunze (ein Plus von etwa 2,5 Prozent gegenüber dem Vortag), vor allem getrieben durch die Abwertung des Euro-Außenwertes gegenüber dem US-Dollar. Ein weiterer Verfall des Euro ist, so denke ich, wahrscheinlich. Anleger, die sich davor schützen wollen, sollten weiter auf Gold, das „ultimative Zahlungsmittel“, setzen – zumal auch der Goldpreis in US-Dollar gerechnet noch Aufwärtspotenzial hat.

Ein gutes und erfolgreiches Neues Jahr wünscht Ihnen

Thorsten Polleit

Chefvolkswirt Degussa Goldhandel GmbH

thorsten.polleit@degussa-goldhandel.de

Degussa-Goldhandel-LBMA-Vollmitglied