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Ein Ex-Major der British Army, der auf einer ehemaligen Seefestung vor der Küste von Großbritannien einen Staat ausruft und für die Anerkennung seines Staates kämpft – was nach dem Stoff für eine Hollywoodkomödie klingt, ist seit 1967 Realität: Das „Fürstentum Sealand“ hat eine eigene Verfassung, eine Regierung und eine staatliche Handelsfirma. Prince Roy von Sealand hat bis ins hohe Alter (er starb 2012 mit 91 Jahren) immer wieder außenpolitische Konflikte vom Zaun gebrochen und Gerichte in Deutschland, den USA und Großbritannien bemüht. Denn sein „Land“ wird bis heute international nicht anerkannt.

Um diese Anerkennung zu erreichen, gibt Sealand seit seiner Unabhängigkeitserklärung gegenüber Großbritannien auch eigene Münzen aus – oder besser gesagt: Medaillen, da Münzen nur von anerkannten Staaten mit dem Recht zur Herausgabe von Zahlungsmitteln („Münzregal“) emittiert werden dürfen. Dennoch erfreuen sich die kuriosen Prägungen bei Sammlern großer Beliebtheit. Und Degussa ermöglicht nun auch Münzfreunden in Deutschland den Einstieg in das exotische Sammelgebiet der „Mikronationen“.

Die erste Tranche ist leider bereits ausverkauft, wir haben aber schon weitere Exemplare geordert und sind in wenigen Tagen wieder lieferfähig.

Im Jahr 2017 hat Sealand eine Gedenkprägung zu 25 Dollar in Erinnerung an die feierliche Unabhängigkeitserklärung herausgebracht. Auf der Wertseite ist die Errichtung einer Flagge zu sehen, auf der Rückseite werden das Motto „E Mare Libertas“ von Sealand sowie der 2012 verstorbene Fürst Roy sowie seine Nachkommen Prinzessin Joan und Prinz Michael abgebildet. Die Prägung hat ein Gewicht von 28 Gramm und einen Feingehalt von 925er Silber. Hergestellt wurde die Sonderprägung in der britischen Tower Mint. Die Auflage liegt bei nur 300 Stück.

Sealand ist ein besonders prominentes Beispiel für eine ganze Reihe von „Mikronationen“. Dabei handelt es sich um Staatengebilde, die wie eigenständige souveräne Staaten agieren und auch tatsächlich Eigenschaften eines „echten“ Staates aufweisen, aber international nicht anerkannt sind. Manchmal haben diese Mikronationen historische Wurzeln (wie beispielsweise das „Antike Fürstentum Seborga“ in Italien) und kämpfen seit Jahrhunderten um Anerkennung, meist handelt es sich dabei aber um Kunstprojekte (wie die „Republik Kugelmugel“, ein kugelförmiges Gebäude im Wiener Prater) oder um Ideen von Einzelpersonen.

Manche Mikronationen geben sogar ihr eigenes „Geld“ heraus. Die Münzen des Fürstentums Sealand werden bei professionellen Münzprägestätten produziert und können so in Bezug auf Qualität und Gestaltung ohne Probleme mit traditionellen Sammlermünzen mithalten. Und die Faszination dieser Prägungen liegt ohne Zweifel auf der Hand – es braucht wohl ein gewaltiges Durchhaltevermögen, um als selbsterkannter „Fürst“ oder „König“ jahrzehntelang auf internationaler Bühne für Unruhe zu sorgen und nebenbei Briefmarken, Münzen und Reisepässe herzustellen.