In Edelmetall und Wirtschaft Aktuell

Seit Jahresanfang ist der Preis für Silber (gerechnet in US-Dollar pro Feinunze) um etwas mehr als 1 Prozent gestiegen – und lag damit hinter dem Preisanstieg des Goldes (+4,8 Prozent) und der Aktienmärkte (beispielsweise stieg der S&P 500 stieg um 11 Prozent).

Im Silbermarkt herrscht allerdings Aufregung: In letzter Zeit machten einige Berichte die Runde, dass beispielsweise Hedgefonds auf einen Rückgang des Silberpreises spekulieren würden, und dass das den Preis des Edelmetalls künstlich unter Druck setze.

Die Geschehnisse im Silbermarkt nehmen wir daher in diesem Kurzkommentar zum Anlass, um die Preisdynamik des Silbers näher zu betrachten und – darauf aufbauend – zu versuchen, Marktchancen für Sie zu erkennen.

Traditionell zeigt sich ein relativ enger und positiver Gleichlauf zwischen dem Gold- und Silberpreis. Das hat sich bislang vor allem in Krisenphasen gezeigt, in denen aus Sicht der Investoren Gold, aber auch Silber „sichere Häfen“ sind (siehe Abb. 1).

Nimmt man die langfristige Beziehung, die sich seit Jahrzehnten zwischen Silber- und Goldpreis beobachten lässt, in Betracht, so lässt sich daraus ableiten, dass derzeit der Silberpreis extrem niedrig ist relativ zum Goldpreis: Der Silberpreis müsste, wenn die Langfristbeziehung weiterhin gilt, derzeit etwa 5 USD/oz höher sein als sie derzeit ist.

Was sind die Gründe für diese Situation? Um es vorweg zu sagen: Eine eindeutige Antwort lässt sich nicht geben. Es könnte in der Tat sein, dass Terminmarkt-Transaktionen seit etwa Mitte 2014 zu einem künstlichen Rückgang des Silberpreises geführt haben. Ebenso könnte aber auch die Nachfrage nach Silber zu monetären Zwecken nachgegeben und den Silberpreis relativ zum Goldpreis verringert haben.

Mit der gebotenen Vorsicht interpretieren wir die Lage wie folgt: (1) Derzeit ist der Goldpreis „billig“ (siehe hierzu S. 2 – 4 im Degussa Marktreport, 21. Juli 2017) – vor allem deshalb, weil in den letzten Jahren die Risikosorge der Investoren merklich rückläufig gewesen ist und die Goldnachfrage und damit auch den Preis des gelben Metalls gedämpft hat. (2) Dass in einem solchen Umfeld der Silberpreis überproportional im Vergleich mit dem Goldpreis nachgegeben hat, erscheint uns plausibel zu sein.

Blickt man nach vorn, so sind aus unserer Sicht die Probleme in der internationalen Kredit- und Geldarchitektur keinesfalls gelöst, vielmehr werden die Risiken – vor allem auch aufgrund der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken – stark unterschätzt. So gesehen hat nicht nur der Goldpreis, sondern hat vor allem auch der Silberpreis – eben weil er derzeit besonders deutlich dem Goldpreis hinterher hinkt – erhebliches Preissteigerungspotential.

Eine ausführlichere Ausarbeitung zu dieser Thematik werden Sie im neuen Degussa Marktreport finden, der am 4. August 2017 veröffentlicht wird.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Polleit

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