In Edelmetall und Wirtschaft Aktuell
degussa-newsheader-muenze-russisches-ballet-985×385

Palladium hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Edelmetall der Extreme entwickelt. Nachdem der Preis für Palladium bis zum Jahr 2010 unter 500 Euro pro Feinunze herumgedümpelt hatte, wurde spätestens im Jahr 2018 der Turbo gezündet – von rund 800 Euro wurde der Platinpreis auf über 2.500 Euro pro Feinunze katapultiert. Im Zuge des Corona-Crashs brach Palladium allerdings auf rund 1.700 Euro ein. Das weiße Metall bleibt jedoch das teuerste der vier Edelmetalle und ist damit die heimliche Nummer Eins noch vor Gold und Platin.

Hierzulande ist Palladium nicht nur wegen der hohen Mehrwertsteuer von 19 Prozent (oder 16 % im zweiten Halbjahr 2020) für viele Anleger nicht interessant. Es gibt auch bis heute kaum Anlageprodukte aus Palladium. Ein Motiv sticht daher umso stärker hervor: Die Ballerina aus Russland wird seit 1989 geprägt. Eigentlich handelt es sich hierbei um Gedenkmünzen aus der ehemaligen Sowjetunion, als Gewichtseinheit wurde allerdings die Unze als Standard ausgewählt – aus diesem Grund werden die Ballerina-Münzen inzwischen als „Bullion“-Produkte bezeichnet.

Auch wenn die Sowjetunion beziehungsweise Russland noch weitere Palladium-Münzen geprägt haben, ist die Ballerina im Palladium-Bereich das, was in Gold der Krügerrand oder in Silber der Maple Leaf ist – ein Investment-Klassiker. Die Münzen zeigen Tänzerinnen des russischen Staatsballetts und wurden zwischen 1989 und 1995 geprägt – sowohl in der Investment-Qualität „Stempelglanz“ als auch in „Polierte Platte“ für Sammler.

Mit dem Staatsballett hat die damalige sowjetische Führung in Moskau einen der bekanntesten Kulturbotschafter des Landes für die Palladium-Münzen ausgewählt. Das Moskauer Staatstheater für Russisches Ballett wurde im Jahr 1981 gegründet und hat seitdem viele Welttourneen absolviert. Die Werke von Peter Tschaikowski, insbesondere „Schwanensee“, der „Nussknacker“ und „Dornröschen“, zählen zum Standardrepertorie.

Für Anleger ergibt sich im Bereich der Weißmetalle derzeit eine besondere Gelegenheit: Die Mehrwertsteuer von 19 Prozent wurde seit dem 1. Juli 2020 auf 16 Prozent gesenkt, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern und den Konsum anzukurbeln. Diese Senkung, die bis zum Jahresende befristet ist, wird auch auf Edelmetallprodukte angewendet. Und während Anlagegold grundsätzlich von der Mehrwertsteuer befreit ist, fiel auf Silber, Platin und Palladium der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent an – hier können Anleger also schneller in die Gewinnzone kommen, wenn sie sich jetzt Palladium mit einem Mehrwertsteuer-Nachlass von drei Prozentpunkten sichern.