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Am Sonntag, wenn die Bankenmetropole Frankfurt normalerweise eine Auszeit von einer hektischen Handelswoche nimmt, wird es unruhig: Altenheime und Krankenhäuser werden evakuiert, Straßen gesperrt, 60.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen. Eine fast zwei Tonnen schwere englische Luftmine wird am Sonntag entschärft – und im Einzugsgebiet der Bombe befindet sich auch die Bundesbank, die gerade erst die Hälfte der deutschen Goldreserven nach Frankfurt zurück geholt hat.

Neuerliche Sorgen um das deutsche Gold sind aus Sicht der Bundesbank jedoch nicht angebracht: „Das Gold wird genauso bewacht, wie an jedem anderen Tag auch“, ließ ein Bundesbanksprecher gegenüber dem Nachrichtensender „n-tv“ verlauten. Normalerweise darf sich im Umkreis von rund 1,5 Kilometern um die Fundstelle kein Mensch aufhalten, das diensthabende Bundesbank-Personal wurde nach Hause geschickt. Unklar ist, ob von dieser Regelung jedoch die Wachleute ausgenommen sind, die sich üblicherweise auf dem Gelände befinden.

Die Bombe war am Dienstag auf einer Baustelle in der Wismarer Straße in Frankfurt nahe des Uni-Campus entdeckt. Sie wiegt 1,8 Tonnen und enthält 1,4 Tonnen TNT. In einem Umkreis von 1,5 Kilometern darf sich ab Sonntagmorgen um 6 Uhr keine Person mehr befinden. Auf die Geschäftsaktivitäten der Degussa hat die Bombenentschärfung keine Auswirkungen, da am Sonntag die Zentrale in Frankfurt ohnehin geschlossen ist. Die Degussa führt am Kettenhofweg im Frankfurter Westend umfangreiche Bauarbeiten durch, bei denen es bisher glücklicherweise nicht zu Bombenfunden gekommen ist.

Ein solcher Zwischenfall ist in Frankfurt jedoch alles andere als unwahrscheinlich: Nach Angaben des Regierungspräsidiums Darmstadt müssen die Kampfmittelräumer des Landes etwa 30 bis 40 mal ausrücken – Tendenz steigend, denn durch die Bautätigkeit in Frankfurt kommen vergleichsweise viele Weltkriegsbomben ans Tageslicht.

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