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Die erste europäische Anlagemünze.

In der Welt der Münzen fällt es zunehmend schwerer, mit einem Münzmotiv die Aufmerksamkeit der Sammler und Anleger zu gewinnen – mit innovativen Spezialeffekten (wie beispielsweise der Polymerring der deutschen Fünf-Euro-Gedenkmünzen) oder neuartigen Metallen (Niob aus Österreich) buhlen Prägestätten in aller Welt um die Gunst der Kunden. Wenigen gelingt es dagegen, mit schlichter Eleganz und Symbolkraft zu punkten – der britischen Prägestätte „The Royal Mint“ aus Großbritannien ist dieses Kunststück gelungen. Und ab dem Jahr 2021 ergänzen die Briten ihre Anlagemünzen um mehrere numismatische Spezialeffekte.

Das erste Bullionprodukt der britischen Royal Mint, die Britannia, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Klassiker für Investoren und Münzfreunde entwickelt. Seit 1987 erscheint die Britannia in Gold, seit 1997 auch in Silber. Die Gestaltung mit dem berühmten „Standing Britannia Design“ von Philip Nathan wurde in den vergangenen Jahren nur in Ausnahmefällen verändert, die Royal Mint setzt bei dem Design auf Kontinuität.

Mit der Britannia hat die Royal Mint eines der bekanntesten Symbole für das Vereinigte Königreich auf die Anlagemünzen gebracht. Bereits bei den „alten Römern“ war die Britannia als Verkörperung des Landes und als Gottheit bekannt und wurde verehrt. Die Frauenfigur soll den Patriotismus und die Macht auf den Weltmeeren als Handelsnation deutlich machen. Zudem wird der Name bis heute vor allem für Schiffe genutzt.

Heutzutage ist die Britannia jedoch vor allem als Anlagemünze ein Begriff, sie bildet die Grundlage für den Erfolg der Royal Mint in den vergangenen Jahren. Denn lange Zeit gab es neben der Britannia und dem Gold-Sovereign keine weiteren Investment-Prägungen und die Royal Mint stand im Schatten der anderen Traditions-Prägestätten wie der Perth Mint oder der Münze Österreich. Mit der „Lunar-Serie“ oder den „Queen’s Beasts“ ist die Mint jedoch längst in der Weltklasseliga der Prägestätten angekommen. Sie macht deutlich, dass „Sammeln“ und „Anlegen“ keine Widersprüche sind und dass feinstes Design auch auf massenhaft geprägten Investmentprodukten möglich ist.

In den vergangenen Jahren hat deshalb auch das Interesse an der Britannia als Investment-Klassiker aus Großbritannien zugenommen – zurückliegende Jahrgänge haben teilweise deutlich über dem Metallpreis liegende Sammlerwerte entwickelt und die Sammlereditionen der Britannia in Proof-Qualität sind meist kurz nach Erscheinen restlos ausverkauft.

In diesem Jahr hat die Royal Mint die Münzwelt mit einer spannenden Überraschung erfreut: Ab dem Jahrgang 2021 erscheint die Britannia mit einem leicht veränderten Design: Auf der Bildseite wurde ein Latentbild ergänzt, welches je nach Neigungswinkel entweder einen Dreizack oder ein Schloss zeigt. Außerdem wurde der Hintergrund der Münze „animiert“: Durch eine mikroskopisch kleine Oberflächenbehandlung entsteht je nach Lichteinfall der Eindruck eines bewegten Meeres. Um Fälschern das Leben zusätzlich schwer zu machen, haben die Graveure der Royal Mint eine – ebenfalls mikroskopisch kleine – Inschrift in das Münzbild integriert. Abgerundet wird die neue Optik der Britannia durch so genannte Tinkturlinien, mit denen Farben in Muster „übersetzt“ werden.