In Edelmetall und Wirtschaft Aktuell
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Der Übergang von der Deutschen Mark zum Euro wird nicht nur wegen des Abschieds von der legendären Währung der Deutschen dauerhaft in Erinnerung bleiben, es kam damals zu einer regelrechten Renaissance der Numismatik in Deutschland. Die Jagd nach ausländischen Euromünzen im Wechselgeld wurde zu einer beliebten Sportart im ganzen Land – und die Faszination für die deutsche Münzprägung wurde noch weiter gesteigert, als die Bundesregierung im Jahr 2002 die Herausgabe einer Goldmünze in Euro-Währung beschloss. Diese Prägung war wie ihr Vorgänger als „One-Hit-Wonder“ konzipiert, doch auch diesmal schlugen Anleger und Sammler zu. Was danach kam, ist Geschichte: Zwischen 2003 und 2019 wurden UNESCO-Welterbestätten auf den deutschen Goldmünzen abgebildet, im Jahr 2020 wurde eine dreiteilige Serie zum Thema „Säulen der Demokratie“ vorgestellt.

Heute sind Goldmünzen ein fester Bestandteil des Prägeprogramms der Bundesrepublik sowie der Produktpalette von gut sortierten Edelmetallhändlern. Denn zwischenzeitlich wurden die Auflagen so stark gesteigert, dass die Nachfrage nach den Sammlermünzen abnahm. Die Folge: Viele Jahrgänge der UNESCO-Serie und anderer Goldmünzen aus Deutschland sind inzwischen preislich nah am aktuellen Goldpreis angesiedelt. So hat die Bundesrepublik nicht offiziell, aber durch die Hintertür quasi eine eigene Bullion-Münze hervorgebracht – und wer weiß: Vielleicht gibt es eines Tages tatsächlich ein offizielles Investmentprodukt mit Bundesadler und Brandenburger Tor?

Auch wenn das „Bundes-Bullion“ bislang nur ein numismatischer Traum ist, hält die „Münze Deutschland“ (so heißt inzwischen die Dachmarke der fünf deutschen Prägestätten) für jeden Geldbeutel und Geschmack etwas bereit: Das Prägeprogramm wurde in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet. Den Auftakt machte die Gedenkmünzenserie zum Deutschen Wald zu 20 Euro zwischen 2010 und 2015, die Serie ist also abgeschlossen. Seit 2016 ist auf den deutschen Mini-Goldmünzen jeweils ein heimischer Vogel zu sehen. Mit einer 1/8 Unze wählten die deutschen Prägestätten ein Gewicht, welches in der Bullion-Welt eher unüblich ist, das Sammeln von Goldmünzen jedoch auch mit kleinem Geldbeutel ermöglicht.

Zwar erwarteten Sammler und Anleger nach der halben Unze und der Achtelunze keine weiteren Produktneuheiten in Gold, doch im Jahr 2017 gab es erstmals eine Goldmünze zu 50 Euro aus Deutschland, der Anlass war das 500. Jubiläum der Reformation. Und im Juli 2017 wurde durch Zufall eine absolute Münz-Überraschung bekannt: Das Bundesfinanzministerium führte eine 50-Euro-Gedenkmünzenserie in Gold mit einem Gewicht von 1/4 Unze ein, auf denen Musikinstrumente zu sehen sind. Inzwischen gehören die Viertelunzen ganz selbstverständlich zur Produktpalette der deutschen Goldmünzen – und wer weiß, vielleicht hat die „Münze Deutschland“ künftig noch weitere Überraschungen im Gepäck?

Die deutschen Gold-Gedenkmünzen machen einen Trend deutlich, der seit einigen Jahren anhält: Neben den klassischen Investment-Münzen werden auch numismatische Prägungen von Anlegern gekauft. Denn neben dem reinen Metallpreis winkt hier die Chance auf einen deutlich höheren Sammlerpreis. Dies lässt sich auch im Webshop von Degussa beobachten: Die Jahrgänge der UNESCO-Welterbe-Münzenreihe sind mit jeweils unterschiedlichen Preisen ausgezeichnet. Sie werden stets in einer hochwertigen Schatulle mit einem Echtheitszertifikat geliefert und sind streng limitiert – diese Boni gibt es üblicherweise nicht bei den millionenfach geprägten Bullion-Münzen, die in erster Linie für Investoren hergestellt wurden.