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Beim Stöbern im Onlineshop des Degussa Goldhandels fällt er auf den ersten Blick auf: Neben dem Springbock aus Südafrika, der Lady Liberty aus den USA oder den Instrumenten der Wiener Philharmoniker aus Österreich ist Kaiser Wilhelm II. von Preußen wohl die beliebteste Münze des deutschen Kaiserreichs. Erhaben blickt der 1941 verstorbene Monarch von einem Münztyp herab, der bereits seit 1914 nicht mehr von der Reichsbank ausgegeben wurde. Doch die historische Münze ist bis heute begehrt – sie enthält einen Goldanteil von 900/1000 und ist als „Kurantmünze“ für viele Anleger eine Investment-Alternative.

Neben den Goldmünzen aus dem historischen Preußen sollten numismatisch interessierte Investoren jedoch auch einen Blick auf die Münzen der sonstigen Mitgliedsstaaten des Deutschen Kaiserreichs werfen. In diesem Sammelgebiet ist für jedes geografische Interesse und jeden Geldbeutel etwas zu finden. Die Prägezahlen schwanken stark, je nach Größe des Ausgabelandes – hierfür wurde ein Prägeschlüssel entwickelt, welcher über die Menge der Prägungen bestimmte. Während größere Königreiche jedes Jahr höhere Stückzahlen prägen durften, gibt es von den kleinen Fürstentümern meist nur einzelne Jahrgänge in kleineren Auflagen.

Für die meisten Anleger ist eine Münze aus den Königreichen Sachsen, Bayern oder Württemberg der Einstieg in die aufregende Welt der Kaiserreich-Goldmünzen. Aufgrund ihrer Einwohnerzahl im Millionenbereich durften diese Bundesstaaten neben Preußen die meisten Goldmünzen prägen. Die Prägezahlen liegen meist im mittleren sechsstelligen Bereich – es handelt sich somit bereits um historische Raritäten, für die ein Sammleraufschlag auf das Edelmetallgewicht gerechtfertigt ist. Eine Münze in der Qualität „Umlauferhaltung“ ist jedoch auch für Einsteiger erschwinglich. Aus diesem Grund sind Goldmünzen aus Sachsen, Bayern oder Württemberg nicht nur ein gutes Investment, sondern auch äußert beliebt.

Mit abnehmender Größe des Herrschertums und den damit verbundenen niedrigeren Prägezahlen, werden auch die historischen Münzen exklusiver. So ging als teuerste Kaiserreich-Goldmünze ein 20-Mark-Stück aus Sachsen-Coburg-Gotha in die Geschichte ein, welches im Jahr 2011 für 130.000 Euro versteigert wurde – für diesen Rekordpreis sorgte nicht zuletzt die extrem niedrige Auflage von nur 1.000 Exemplaren als auch die Spitzenerhaltung. Doch auch im Preissegment bis 1.000 Euro gibt es bereits einige Kaiserreich-Raritäten aus Gold.

Neben den Monarchien durften im Kaiserreich auch drei kleinere Regionen eigene Goldmünzen prägen. Die Münzen der Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen sind äußerst begehrt, wobei insbesondere die Goldmünzen aus Lübeck und Bremen extrem selten sind. Wer sich dieses Sammelgebiet erschließen möchte, sollte mit einer Goldmünze aus Hamburg beginnen: Die Auflagen der Münzen mit dem Münzzeichen „J“ liegen zwischen knapp 500.000 und einer Million Stück pro Jahrgang.

Die Numismatik zählt in Deutschland zu den traditionsreichsten Hobbies überhaupt. Auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten entscheiden sich immer mehr Investoren für historische Goldmünzen. Denn sie bieten ihnen eine doppelte Wertsicherung: Neben dem Sammlerwert bleibt die Sicherheit des reinen Metallwerts (dieser beträgt im Fall der Kaiserreich-Goldmünzen immerhin mehrere hundert Euro pro Stück.)

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