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Numismatik und Corona: Historische Goldmünzen sind krisensicher

Seit mehr als 5000 Jahren vertrauen die Menschen in Krisenzeiten auf Gold als Vermögensschutz und Ersatzwährung. In den vergangenen Monaten standen deshalb vor allem die Standardprodukte im Bereich der modernen Anlagemünzen sowie Barren auf der Wunschliste sicherheitsorientierter Anleger. Münzen wie der Krügerrand oder der Maple Leaf sind zweifelsohne auch prächtig anzusehen, sie erfüllen aber in erster Linie ganz praktische und existenzielle Zwecke: Sie sollen Werte dauerhaft speichern und sichern, notfalls über den Zusammenbruch einer Währung hinaus.

Gold ist jedoch nicht nur ein Krisenschutz – es ist auch der Stoff, aus dem Sammlerträume gemacht sind. Goldmünzen gelten als die Königsklasse der Numismatik, also des Münzensammelns. Bereits weit vor Christi Geburt wurden die ersten Goldmünzen geprägt und in vergangenen Jahrhunderten haben Herrscher immer wieder auf Gold gesetzt, um ihre Währung über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu machen. Und viele Münzen aus Gold sind nie in den täglichen Zahlungsverkehr gekommen, sondern wurden von früheren Generationen als goldener Spargroschen gehütet wie ein kleiner Schatz. Die Folge: Viele Goldmünzen aus vergangenen Jahrhunderten sind bis heute in überdurchschnittlicher Qualität erhältlich.

Wer die aufregende Welt der historischen Sammlermünzen aus Gold entdecken möchte, findet viele Einstiegspunkte. Für den numismatischen Nachwuchs bietet ein persönlicher Bezug eine gute Grundlage, um die erste Goldmünze für die eigene Sammlung auszuwählen. So sind in Süddeutschland insbesondere die Goldmünzen aus dem Deutschen Kaiserreich blieb, welche von den Königreichen Bayern und Württemberg mit den Bildnissen der jeweils amtierenden Könige geprägt worden. In den Epochen vor der Gründung des Deutschen Kaiserreichs gibt es aus vielen Regionen, die damals noch eigenständige Fürstentümer waren, Gepräge mit lokalen Motiven – man denke nur an die prächtigen Stadtansichten auf Münzen aus Nürnberg oder Frankfurt.

Die Entscheidung für eine historische Goldmünze ist jedoch nicht nur aus einem persönlichen Interesse für Geschichte oder Geographie interessant, sondern auch aus Investment-Sicht goldrichtig. Denn seltene Sammlermünzen haben in den vergangenen Jahren beständige Wertsteigerungen erfahren. Spezialisierte Anleger kaufen auf dem deutschen Markt sowie auf den großen Münzbörsen in den USA und Asien die besten Stücke zu Rekordpreisen auf. Dieser Trend überdauerte offenbar auch die Corona-Krise, welche zuletzt dazu geführt hat, dass zahlreiche Münzenmessen abgesagt wurden.

Bei der Auswahl von passenden Sammlerstücken als Investment sollten Münzenfreunde nach dem Prinzip „Klasse statt Masse“ verfahren – dies bedeutet: Lieber etwas Geld sparen und eine größere Summe in eine außergewöhnlich gut erhaltenen Münze oder ein Stück in geringer Auflage investieren. Die Handelsmünzen wie beispielsweise der Sovereign aus Großbritannien oder die Vreneli aus der Schweiz sind in erster Linie für Goldanleger interessant und nur in Ausnahmefällen für Numismatiker. Bei der Prüfung der Prägeauflage ist stets Vorsicht geboten, da viele historische Goldmünzen wieder eingeschmolzen wurden. Es gilt also, eine Balance zwischen der Seltenheit und der Erhaltung zu finden – während die meisten Kaiserreichs-Goldmünzen in der Basis-Erhaltung „sehr schön“ nur einen geringen Aufschlag auf den Goldpreis bringen, können Raritäten aus früheren Epochen dieser Erhaltung sogar sechsstellige Beträge bringen.