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Platin-Anlagemünze: Mit dem „Platypus“ von der Weißmetall-Hausse profitieren

Platin stand in den vergangenen Jahren im Schatten von Palladium, welches sich von der „Nummer 4“ zur „Nummer 1“ der Edelmetalle hochgearbeitet hat – doch inzwischen sieht es so aus, als wäre der Palladium-Hype abgekühlt. Und weil der Palladiumpreis insbesondere für die Automobilindustrie inzwischen ein gefährlich hohes Niveau erreicht hat, wird nach Ersatzmetallen gesucht und Platin gerät wieder in den Fokus. Die Folge: Seit Jahresbeginn hat Platin in Euro knapp 15 Prozent an Wert zugelegt und zählt zu den Anlagegewinnern des Jahres.

Zu den beliebtesten Anlagemünzen aus Platin zählt ein niedliches Tier aus Australien: Der Platypus ist der Nachfolger der Platin-Münzen mit dem Koala, welche die Perth Mint von 1988 bis 2000 geprägt hatte. Fast ein Jahrzehnt gab es keine Platin-Anlagemünze aus Australien, doch das gestiegene Interesse an Platin in Folge des Edelmetallbooms der Jahre bis 2011 brachte die Perth Mint in Zugzwang. Im Jahr 2017 endete daraufhin das Gastspiel des Platypus und das Känguru nahm seinen Platz ein – wohl nicht zuletzt, um Prägekosten zu sparen, denn die Perth Mint kann den Entwurf der australischen Silberanlagemünze fast ohne Änderung auch für die Platin-Prägung nutzen.

Mit ihrer Platin-Anlagemünze rückt die Perth Mint einen exotischen Vertreter der australischen Tierwelt in den Mittelpunkt: Das Schnabeltier, im Englischen als „Platypus“ bezeichnet, ist in den Gewässern Australiens zuhause. Der flachgedrückte Körperbau kommt auf der Münze detailgetreu zur Geltung, ebenso der platte Schwanz. Ein Schnabeltier kommt auf eine Körperlänge von bis zu 40 Zentimeter. Die Schnabeltiermännchen zählen zu den wenigen giftigen Säugetieren, sie verfügen über Giftsporne an den Hinterbeinen.

Im Erstausgabejahr 2011 wurde die maximal geplante Prägezahl von 30.000 Stück voll ausgeschöpft und im Jahr 2012 mit genau 26.580 Stück fast erreicht. Danach wurde der Platypus wie bei den meisten anderen Edelmetallanlagemünzen der Perth Mint üblich in unlimitierter Zahl, also entsprechend der Marktnachfrage, hergestellt. Seitdem wurde der Platypus bis 2017 jährlich in Stückzahlen im vier- bis fünfstelligen Bereich verkauft, zuletzt waren es nur noch rund 3.000 Stück im Jahr 2017. Zwischen 2011 und 2017 wurden rund 81.000 Exemplare des Platin-Platypus hergestellt. Durch die geringe Auflage ist die Münze auch für Tiermotiv-Sammler interessant.

Die Gestaltung der Platypus-Platinmünze wurde seit der Erstausgabe im Jahr 2011 nicht verändert: Das Schnabeltier liegt in seiner typischen Pose mit dem Schnabel auf dem Boden, das Tier ist glänzend gestaltet und der Hintergrund weist die typisch matte Oberfläche auf, welche auch von den Kookaburra und Koala Silbermünzen der Perth Mint bekannt ist. Die Feinheit der Münzen liegt bei 99,95 Prozent und der Nennwert wurde auf 100 australische Dollar festgelegt. Die „Reverse-Proof“-Prägequalität zählt zu dem Besten, was derzeit auf dem Markt für Edelmetall-Anlagemünzen zu bekommen ist.