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Sovereign-Goldmünzen: Vermögensschutz mit Monarchen

Die „Royal Arms“-Goldmünze der britischen Royal Mint hat hierzulande viele Liebhaber gefunden. Der Erfolg der Münze mit dem königlichen Wappen und die Beliebtheit der „Queens‘ Beasts“ Serie mit diversen heraldischen Darstellungen der familiären Wurzeln von Königin Elisabeth II. machen deutlich: Die britische Monarchie fasziniert hierzulande auch fortschrittliche Zeitgenossen. Diese Vorliebe lässt sich auch am Kaufverhalten bei Degussa beobachten: Die Sovereign Goldmünzen mit Victoria, George und Edward stehen bei Sammlern und Anlegern hoch im Kurs.

Obwohl es sich dabei um historisch einmalige Zeitdokumente handelt, werden die Sovereign Goldmünzen bis heute nah am aktuellen Edelmetallpreis gehandelt. Seit über 200 Jahren hat sich die Zusammensetzung der legendären Goldmünze nicht verändert: Mit einem Raugewicht von 7,98805 Gramm und einem Goldanteil von 91,67 Prozent ergibt sich ein Feingewicht von 7,322381 Gramm.

Als Griechenland im Jahr 2015 zuletzt vor dem Staatsbankrott stand und die andauernde Auseinandersetzung mit den Spitzen der Europäischen Union einen vorläufigen Höhepunkt erreichte, vermeldeten mehrere große Edelmetallhändler in Deutschland eine kuriose Beobachtung: Die Kauforders aus Griechenland sowie Tafelgeschäfte mit in Deutschland lebenden Griechen nahmen sprunghaft zu – doch die griechischen Goldfans hatten es nicht auf moderne Ware abgesehen, sollten verlangten nur ein einziges Goldprodukt: Den Sovereign aus Großbritannien. Inzwischen ist die Griechenland-Krise aus dem Fokus gerückt, doch der Sovereign zählt zu den „Hidden Champions“ der Goldanlagemünzen.

Seit 1957 wird der Sovereign als Bullion-Handelsmünze der Royal Mint hergestellt, in der gesamten britischen Münzgeschichte wurden bisher über 1,5 Milliarden Sovereigns geprägt – der Sovereign gilt daher als meistgeprägte Goldmünze der Welt und wurde zwischenzeitlich sogar in Sydney, Bombay und London geprägt.

Dieser Titel ist in Anbetracht der langen Geschichte des Sovereigns allerdings keine Überraschung: Der Vorläufer des heutigen Sovereign wurde auf Erlass von Heinrich VII. höchstpersönlich im Jahr 1489 geprägt. Bis 1817 wurde die Prägung diverse Male unterbrochen und der Sovereign wurde durch andere Münzeinheiten ersetzt – doch während Guinea und Co. wieder verschwanden, überdauerte der Sovereign die Jahrhunderte. Im Jahr 1817 wurde die Prägung mit einem Nennwert von einem Pfund Sterling zu 20 Schilling wieder aufgenommen.

Zu der hohen Akzeptanz des Sovereign trägt wohl nicht zuletzt die gleichbleibende Gestaltung seit 1817 bei. Mit wenigen Ausnahmen wurden alle Sovereigns seitdem mit dem Heiligen St. Georg im Kampf mit dem Drachen geprägt, der Entwurf stammt von Benedetto Pistrucci. Auf der Vorderseite ist das Motiv des jeweils regierenden britischen Monarchen zu sehen – neben Elisabeth II. wurden also beispielsweise Victoria, George und  Edward abgebildet.