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Rauschende Parties und schillernde Kostüme, aber auch Depression und Elend – die Zwanziger Jahre üben auch hundert Jahre später eine ungeheuerliche Faszination aus. Nicht zuletzt durch TV-Serien wie „Babylon Berlin“ eifern Jung und Alt ihren Vorfahren auf „Zwanziger-Jahre-Parties“ nach und auch Literatur mit einem Schauplatz in der Zwischenkriegszeit steht aktuell hoch im Kurs. Das Gleiche gilt für Münzen aus der Weimarer Republik: Ein klassisches Sammelgebiet innerhalb der deutschsprachigen Numismatik erlebt eine Renaissance.

Aus Sammlersicht gibt es viele gute Gründe für einen Weimar-Schwerpunkt in der persönlichen Kollektion. Zu allererst: Das Sammelgebiet ist überschaubar. Zwischen 1919 und 1933 bestand die Weimarer Republik. In diesen 14 Jahren wurden nur 19 verschiedene Motive auf Gedenkmünzen zu je drei Mark gebracht, 8 Motive wurden zusätzlich auf größeren Silbermünzen zu fünf Mark verewigt – während diese Stücke aufgrund ihrer extrem geringen Auflage zur Königsklasse der deutschen Numismatik gehören, sind viele Gedenkmünzen zu drei Mark aus Weimar zu erschwinglichen Preisen zu bekommen. Für viele Numismatiker spielt zudem ein historisches Detail eine Rolle: Während Gedenkmünzen in den vorherigen Epochen nur durch die einzelnen Königreiche und Fürstentümer ausgegeben wurden, gab es in der Weimarer Republik erstmals „gesamtdeutsche“ Gedenkmünzen.

Und nicht nur im Hinblick auf die Themenwahl gilt die Weimarer Republik als Geburtsstunde der Gedenkmünzenprägung, so wie wir sie bis heute kennen. Die meisten Ausgaben wurden an eine der sechs Prägestätten exklusiv vergeben. Nur wenige Motive wurden parallel in Berlin (A), München (D), Muldenhütten (E), Stuttgart (F), Karlsruhe (G) und Hamburg (J) geprägt. Die Auflagen wurden in den allermeisten Fällen knapp bemessen, weil die Weimarer Republik nach dem Ersten Weltkrieg nur über begrenzte Rohstoff- und Finanzreserven verfügte. So liegt die Auflage der meisten Drei-Mark-Münzen im sechsstelligen Bereich, drei Ausgaben wurden sogar mit einer Auflage von nur 40.000 bis 50.000 Stück hergestellt.

Auch die Gestaltung der Gedenkmünzen der Weimarer Republik ebnete den Weg für die Optik der Prägungen, die in der Ära der Deutschen Mark und bis ins Euro-Zeitalter hinein üblich sind. So zeichnen sich die Weimar-Gedenkmünzen aus Sicht vieler Sammler durch eine erstaunliche Detailvielfalt und Präzision aus. Gut erhaltene Exemplare weisen messerscharfte Konturen auf und die Entwürfe für die Münzen fallen durch eine naturgetreue Darstellung auf – man denke nur an das legendäre Schiffsmotiv zum 100. Geburtstag der Stadt Bremerhafen oder die Bildnisse von Albrecht Dürer sowie Eberhard im Bart.

Die Numismatik-Abteilung der Degussa Goldhandel kann derzeit eine breite Auswahl der schönsten Gedenkmünzen der Weimarer Republik anbieten: Das zeitlose Portrait von Gotthold Ephraim Lessing auf der Drei-Mark-Münze aus dem Jahr 1929 mit einer Gesamtauflage von 400.000 Stück ist ein willkommener Einstieg in die Welt der Weimarer Münzen. Erschwinglich sind insbesondere für Einsteiger auch die Münzen zu Drei Mark zu Ehren der Stadt Meißen (1929, Auflage 200.000 Stück mit dem Münzzeichen E) und zur Jahrtausendfeier der Rheinlande (1925, Auflage rund 5,6 Millionen Stück verteilt auf sechs Münzzeichen). Spannend ist auch die Gedenkmünze zum 700. Todestag von Walther von der Vogelweide aus dem Jahr 1930 – das Motiv des verträumten Dichters wurde im gleichen Jahr identisch auf eine Zwei-Schilling-Münze aus Österreich übertragen. Weitere Münzen aus der Weimarer Republik werden nach Verfügbarkeit im Online-Shop der Degussa Numismatik ergänzt.

Beim Aufbau einer Münzensammlung mit Schwerpunkt auf die Weimarer Republik gelten die goldenen Regeln der Numismatik: Wer historische Münzen auch als Investment kauft, sollte auf Klasse statt Masse setzen. Das heißt: Lieber etwas mehr Geld in einzelne Spitzenstücke investieren und nicht versuchen, die Sammlung schnell durch Münzen in Standarderhaltung zu komplettieren. Insbesondere die Münzen der Weimarer Republik zeichnet sich durch eine langfristige Wertstabilität aus und viele Raritäten in Top-Erhaltung haben in den vergangenen Jahren erstaunliche Rekordergebnisse bei Auktionen erzielt. Diese Münzen sind auch im Ausland äußerst beliebt, beispielsweise bei Auswanderern mit deutschen Wurzeln in den Vereinigten Staaten von Amerika.