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Gold und Silber aus China: Ein kleiner Panda wird flügge
Der kleine Bär hat sich gemütlich ins Gras gesetzt, er knabbert gemächlich an einem Bambuszweig und grinst keck in Richtung des Betrachters. Beim näheren Hinsehen werden sogar einzelne Haare des weißen Fells des Bären sichtbar, seine Pfoten und Tatzen stehen dunkel hervor. Auch der Hintergrund der neuen Gold– und Silbermünzen aus China ist so detailreich gestaltet, dass man sich nach wenigen Augenblicken in Gedanken in Asien wiederfindet.

Mit dem Jahrgang 2020 der China Panda Anlagemünzen hat die China Gold Coin Incorporation die Messlatte im Hinblick auf Prägequalität und Gestaltung noch einmal höher gelegt. Mit einer aufwändigen Laserprägung bringen die Chinesen auch solche Details auf das Münzbild, welche für eine Anlagemünze in Millionenauflage völlig unüblich sind. China hat jedoch insbesondere die Produktion ihrer Bullion-Produkte perfektioniert und sie zu einem Bestseller nicht nur bei Anlegern, sondern auch bei Sammlern etabliert.

Der China Panda hat sich seit seiner Erstausgabe im Jahr 1982 zu einer numismatischen Legende entwickelt. Ursprünglich war er als reine Anlagemünze geplant, doch bereits in den Achtziger Jahren setzten die staatlichen Prägestätten Maßstäbe: Durch innovative Prägetechniken wurde ein starker Kontrast der weißen und schwarzen Fell-Elemente des Pandas auf den Münzen erreicht. Mit neuartigen Verfahren wie beispielsweise der so genannten „Sandstrahl“-Behandlung konnten numismatische Spezialeffekte erzielt werden, welche in den vergangenen Jahrzehnten vielfach preisgekrönt wurden.

Die Panda-Münzen aus China sind ein gutes Beispiel für das Potenzial von Sammlermünzen für renditeorientierte Anleger: Viele frühere Jahrgänge und Motive werden heutzutage deutlich oberhalb des reinen Metallpreises gehandelt. Einzelne Ausgaben der Serie kosten ein Vielfaches einer vergleichbaren Unzen-Münze aus anderen Ländern. Und auch in den vergangenen Jahren haben viele Panda-Münzen nach kurzer Zeit einen Sammlerwert entwickelt, welcher sich vom Edelmetallpreis entkoppelt hat. Denn durch die erstarkende Mittelschicht in China kommen immer mehr Käufer auf den heimischen Markt und viele chinesische Münzen werden von spezialisierten Großhändlern auf dem deutschen Markt zurückgekauft und nach Asien zurück gebracht.

Der Jahrgang 2020 der Panda-Münzen überzeugt aber nicht nur durch die außergewöhnliche Prägequalität, sondern auch durch die Preisgestaltung: Sowohl in Gold als auch in Silber werden die Pandas mit einem moderaten Aufschlag auf den Edelmetallpreis verkauft. Zudem sind Panda-Münzen im Vergleich zu den anderen etablierten Bullion-Münzen etwas billiger, weil die Chinesen im Jahr 2016 von der „Unze“ als Gewichtseinheit abgekehrt sind und ihre Münzen statt 31,10 Gramm mit einem Gewicht von 30,00 Gramm prägen. Durch diesen Wechsel, welcher vor allem für Anleger in Deutschland eine Erleichterung bringen sollte, erlebte die Nachfrage nach Panda-Münzen allerdings einen Dämpfer – völlig zu Unrecht, denn im Hinblick auf die Prägequalität gibt es kaum eine andere Anlagemünze, welche derart detalreich und aufwändig geprägt ist.

Die Pandas aus dem Jahr 2020 sind für eingefleischte China-Sammler noch aus einem anderen Grund interessant: Die chinesischen Münzgraveure haben seit 1982 mehrere so genannte „Designzyklen“ etabliert. Hierbei handelt es sich um Zeitspannen, in denen die Münzen einer bestimmten Gestaltungsrichtung folgen. Nachdem zwischen 2009 und 2018 ein Rahmen aus Bambusblättern den gestalterischen „roten Faden“ bildete, soll ab 2019 eine neue Idee verfolgt werden: Nach Insider-Informationen soll auf den China-Panda-Münzen künftig die Lebensgeschichte eines Pandas erzählt werden. Und tatsächlich begann der neue Designzyklus im Jahr 2019 mit einem Motiv, auf dem ein Muttertier mit seinem Jungen zu sehen war. Der Panda-Nachwuchs ist 2020 also offenbar flügge geworden – es wird also bereits jetzt spannend, wie die Serie in kommenden Jahren fortgesetzt wird.