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Am 15. Juni hat die US-Zentralbank ihre in Aussicht gestellte Zinserhöhung (wieder einmal) vertagt. Ein wesentlicher Grund dafür dürfte die Sorge vor den Folgen eines „Brexit“ gewesen sein.

Die nun wieder nachlassenden Sorgen vor bald steigenden US-Zinsen, gekoppelt mit wieder wachsender Unsicherheit auf den Finanzmärkten, schlagen sich ganz offensichtlich in einer zunehmenden Nachfrage nach Gold nieder.

Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis um gut 20 Prozent auf mittlerweile 1.160 Euro pro Feinunze angestiegen; in US-Dollar um etwa 23 Prozent auf jetzt 1.305 pro Feinunze.

Es sind vermutlich insbesondere auch institutionelle Investoren, die verstärkt Gold kaufen: Die Bestände der Exchange Traded Funds (ETFs) sind jüngst auf mehr als 60 Millionen Feinunzen angestiegen (was letztmalig 2013 zu beobachten war).

Der beispiellose Zinsniedergang, der sich im Euroraum und auch in Japan abspielt, dürfte das stark befördert haben: Die Renditen der 10-jährigen Bundesanleihen sind mittlerweile unter die Nulllinie gefallen, gleiches gilt auch für japanische Staatsanleihen.

Der Niedrig- und Negativzins bringt die europäischen Banken unter Ertrags- und Gewinndruck. Das sinkende Vertrauen in die Euro-Banken zeigt sich beispielsweise an deren Aktienkursen, die jüngst wieder auf den tiefsten Stand seit dem Hochpunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 abgesackt sind.

Die Entwicklung des Goldpreises deutet aus unserer Sicht eines unmissverständlich an: Gold ist nach wie vor das „ultimative Zahlungsmittel“, und diese Eigenschaft tritt der aktuellen krisenhaften Phase zutage. Das Gold ist aber auch eine Versicherung, eine Impfung, gegen die Widrigkeiten des ungedeckten Papiergeldsystems.

Diese Einsicht sollten vor allem Anleger aus dem Euroraum insbesondere aus einem Grund nicht aus den Augen verlieren: Wenn die Europäische Zentralbank (EZB) weiter macht mit ihrer Politik der Negativzinsen und Geldmengenvermehrung, wird früher oder später auch die Kaufkraft des Euro – im Inland wie auch im Ausland – merklich verfallen. Das Halten von Gold (und auch Silber) ist eine Möglichkeit, gegen diesen Wertverlust vorzusorgen.

Lesen Sie hierzu auch unseren jüngsten Degussa Marktreport: https://www.degussa-goldhandel.de/pdf/marktreport/Degussa-Marktreport-10-06-2016.pdf

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Polleit
Chefvolkswirt der Degussa
thorsten.polleit@degussa-goldhandel.de

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