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In Kanada, Australien und den USA – überall auf der Welt haben Münzprägestätten in den vergangenen Jahren händeringend nach der Lösung eines mysteriösen Problems gesucht: Ein milchiger Belag, der sich ohne vorherige Anzeichen auf modernen Silberanlagemünzen bildet, hat Käufer in aller Welt verunsichert. Denn genau so rätselhaft wie die Entstehung ist die Beseitigung der sogenannten „Milchflecken“: Mit herkömmlichen Mitteln lassen sich die Beläge nicht ohne Beschädigung der Münze entfernen.

Nun soll in der Welt der Silbermünzen jedoch eine neue Zeitrechnung beginnen: Die Royal Canadian Mint meldet einen Durchbruch beim Kampf gegen Milchflecken. Sie stattet die „Maple Leaf“-Silbermünzen des Jahres 2018 erstmals mit einem so genannten „Mintshield“-Oberflächenschutz aus. Zu Details rund um das Verfahren hält sich die Royal Canadian Mint bedeckt, sie verweist auf jahrelange Forschungs- und Entwicklungsarbeit und versichert, die konkreten Ursachen für die Milchfleckenbildung entdeckt zu haben. Es wurden Detailfotos der Münzen untersucht, die Zusammensetzung der Münzen geprüft, sogar eine kanadische Universität wurde um Unterstützung gebeten.

Der Kampf gegen Milchflecken hat in den vergangenen Jahren insbesondere Investoren verunsichert, die Silbermünzen auch zu Sammlerzwecken gekauft haben. Sie mussten sich bisher damit abfinden, dass beispielsweise auf Silberanlagemünzen der Royal Mint aus Großbritannien, der Perth Mint aus Australien oder der Münze Österreich plötzlich weiße Ablagerungen auftreten. Häufig wurde in Zusammenhang mit diesem Phänomen auch die Royal Canadian Mint genannt – sie stellt neben dem Maple Leaf diverse prächtige Prägungen im Graubereich zwischen Investment und Numismatik her und ist wegen ihrer prachtvollen Motive, insbesondere aus dem Reich der Tiere, in aller Welt bei Sammlern und Anlegern beliebt.

Bislang gab es zu den Ursachen der „Milchflecken“ nur Mutmaßungen. Im Januar 2015 veröffentlichte die Perth Mint einen Blogbeitrag, in dem sie von der Ursachensuche berichtete. Mögliche Erklärungen bestanden in Problemen mit der Wasserqualität beim Reinigungsprozess der Münzen oder Verunreinigungen der Prägewerkzeuge. Zuletzt sollen die Forscher der Perth Mint mikroskopische Luftpartikel untersucht haben, welche die Veränderung der Oberfläche der Münzen herbeiführen: Die Forscher hatten winzige Schmutzpartikel in der Mitte der Milchflecken auf ein paar betroffenen Münzen gefunden. Wie wichtig das Thema für die Prägestätten ist, zeigt der Aufwand, den beispielsweise die Perth Mint betrieben hat: „Alle Druckluftfilter wurden gereinigt, um Öl- und Wasseraufbau zu beseitigen, während unsere Klimatisierungsfilter auch ersetzt wurden, um zu verhindern, dass Luftpartikel in die Produktionsbereiche gelangen“, berichtete Ron Currie von der Perth Mint im Jahr 2015.

Obwohl Prägestätten und Münzhändler wiederholt daran erinnert haben, dass Silberanlagemünzen in erster Linie wegen des reinen Metallgehalts verkauft werden und durch Milchflecken nicht an Wert verlieren, bewegt das Thema seit Jahren viele Silberfans. Mit der Mintshield-Technik sollen sie nun eine größtmögliche Sicherheit bekommen, dass ihre Silberlinge auch in Zukunft noch makellos sind. Mit dieser Weiterentwicklung wird die Royal Canadian Mint einmal mehr ihrem Ruf als Innovator in der Welt der Münzen gerecht. Bereits in den Vorjahren wurden wiederholt Weiterentwicklungen des Prägeprozesses in die Massenproduktion überführt, beispielsweise die „Bullion-DNA“ als Sicherheitsmerkmal.