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Münzen aus Bayern: Raritäten nicht nur für stolze Sammler aus dem Freistaat

Das Deutsche Kaiserreich ist für viele Sammler und Anleger die beliebteste Epoche der deutschen Münzgeschichte: Prägungen aus Gold und Silber, Massenware und Raritäten in jeder Preisklasse – und ein geographischer Bezug, mit dem Münzfreunde ihren Lokalpatriotismus pflegen können. Besonders begehrt: Münzen aus Bayern. Denn der Freistaat hatte schon im Kaiserreich eine Sonderstellung und die bayerischen Könige sorgten im politischen Tagesgeschäft des Kaiserreichs ständig für Aufmerksamkeit.

Zu den bekannteren „enfants terribles“ der deutschen Fürstengemeinde zählte zweifelsohne Ludwig II., König von Bayern (1845-1886). Es gibt wohl kaum einen Monarchen, über den während der Kaiserzeit so viel gerätselt wurde wie über Ludwig II. Der Märchenkönig setzte sich mit opulenten Prunkbauten gleich eine ganze Reihe von Denkmälern. Heutzutage ist Ludwig II. zu einer Legende geworden – und Münzen mit seinem Bildnis zählen zu den absoluten Verkaufsschlagern in der Numismatik-Abteilung der Degussa Goldhandel.

Nach dem mysteriösen Tod des Wittelsbachers im Starnberger See kam die bayerische Staatsspitze nicht zur Ruhe. Zu Ludwigs Nachfolger Otto, König von Bayern, wurde vermerkt, dass er aufgrund einer Geisteskrankheit regierungsunfähig war. Dieser Umstand sorgte für einige numismatische Kuriositäten, beispielsweise durch die Veröffentlichung von bayerischen Sondermünzen zu Ehren seines Stellvertreters, dem Prinzregenten Luitpold. Doch was verbirgt sich der plakativen Diagnose „geisteskrank“  – vor allem vor dem Hintergrund der rasanten Weiterentwicklung der psychiatrischen Pflege im vergangenen Jahrhundert? Im damaligen Sprachgebrauch hieß es: „Der König ist schwermütig“.

Die Folgen dieses Zustandes waren durchaus dramatisch: Als Otto zum König ernannt wurde, verstand er diesen Vorgang nicht und war fest davon überzeugt, dass sein Onkel Luitpold der rechtmäßige König sei. Überliefert ist eine ganze Reihe an Angstzuständen, an denen Otto gelitten haben soll. So weigerte sich der König beispielsweise aus Angst vor Scheren, seinen Vollbart, der Überlieferungen zufolge bis auf die Brust reichte, zu stutzen. Türen durften nicht verschlossen werden – wenn diese Regel nicht befolgt wurde, konnte es durchaus passieren, dass der König sie kurzerhand zertrümmerte. Fenster wurden deshalb mit Eisengittern gesichert. Panische Angst hatte Otto auch vor jeglicher Form der Fortbewegung, weil er dort unter Beobachtung von Fremden stand. Um den Monarchen nicht aus dem Konzept zu bringen, durfte er nicht gegrüßt oder angesprochen werden. Häufig verfiel er in tagelange Apathie. Freude empfand der Herrscher dagegen bei Abseitigkeiten – geradezu euphorisiert zündete der König ein ganzes Bündel Streichhölzer an und warf es dann lachend weg.

Die Numismatik-Abteilung der Degussa Goldhandel hat fast alle Gold- und Silbermünzen aus dem Königreich Bayern während des Deutschen Kaiserreichs im Angebot: Von Ludwig II. (Prägejahre 1876 bis 1883) über Otto (1888 – 1913) und dem Prinzregenten Luitpold (1911) bis hin zu Ludwig III. (1914).