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Britannia: Die Investment-Ikone bleibt sich auch 2020 treu
Der grazile Springbock aus Südafrika, das naturgetreu gestaltete Ahornblatt aus Kanada, die edlen Musikinstrumente aus Österreich – moderne Anlagemünzen aus Gold und Silber überbieten sich im Hinblick auf die Symbolkraft. Auf den meisten Münzen werden Elemente der nationalen Identität abgebildet, meist aus der Natur oder Kultur. Nur wenige Länder setzen hingegen bis heute auf eine Tradition, welche seit vielen Jahrhunderten besteht: Seit jeher werden Staaten durch menschliche Figuren symbolisiert – und die bekannteste Vertreterin eines Landes in der Welt der Münzen ist zweifelsohne die Britannia.

Die Royal Mint aus Großbritannien hat inzwischen den Jahrgang 2020 ihrer Anlagemünzen in Gold und Silber ausgeliefert. Die Briten bleiben ihrer Gestaltungslinie treu und nutzen auch künftig das Bildnis der stehenden Britannia, welche mit einem Schutzschild und einem Dreizack ausgestattet ist. Im Hintergrund des Münzbildes befindet sich eine feine Guillochen-Struktur, welche als Sicherheitsmerkmale den Schutz vor Fälschungen erhöhen soll. Zwar wünschen sich numismatisch interessierte Anleger seit vielen Jahren eine Neugestaltung der Britannia, doch durch den unveränderten Entwurf hat sich die Britannia zu einer der bekanntesten Investment-Ikonen der Welt entwickelt.

Die Britannia ist unter den Anlagemünzen bis heute ein Geheimtipp: Sie steht im Schatten der berühmten Bullion-Prägungen wie Krügerrand oder Maple Leaf. Dabei wird allerdings vergessen, dass es sich bei der Britannia um die erste europäische Investment-Münze handelt. In Gold wurde die Britannia erstmals im Jahr 1989 herausgegeben, also zwei Jahre vor dem Wiener Philharmoniker. Und auch in Silber war die Britannia deutlich früher auf dem Markt als ihr wichtigster Konkurrent aus Österreich – in Silber gibt es sie bereits seit 1997, während der Philharmoniker im Jahr 2008 erstmals in Silber geprägt wurde.

Die stolze Kämpferin und Herrscherin über die Weltmeere ist seit vielen Jahrhunderten das Symbol für Großbritannien und seine Vorläufer. Bereits im römischen Reich war der Begriff „Britannia“ und wird heutzutage in vielen Kontexten eingesetzt, in denen die britische Tradition betont werden soll: Es gibt zahlreiche Schiffe mit diesem Namen, zudem wird die Bretagne immer wieder auf Briefmarken abgebildet. Und sogar Kneipen werden nach ihr benannt.

Die Britannia steht völlig zu Unrecht in der zweiten Reihe der Edelmetall-Anlagemünzen, denn die Prägequalität „Made in UK“ ist Weltklasse. Das Münzmotiv ist in aller Welt bekannt und erfreut sich insbesondere in Asien großer Beliebtheit, weil Großbritannien durch seine Stellung im Welthandel seit Jahrhunderten eng mit Asien verbunden ist. Zudem fasziniert die britische Kultur viele Menschen in aller Welt, das Gezerre um den „Brexit“ hat dem Ruf der Nation außerhalb der EU offenbar nicht geschadet.

Zudem könnten die Britannia-Münzen in Silber demnächst an Bedeutung gewinnen, wenn sie nach einem Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union differenzbesteuert verkauft werden können. Die Royal Mint hat zudem in den vergangenen Jahren ihr Prägeprogramms massiv ausgebaut und neben der Britannia, welche lange Zeit das einzige moderne Investment-Produkt der Briten war, weitere Anlagemünzen-Serien entwickelt: Die Lunar-Serie aus Großbritannien erfreut sich großer Beliebtheit und die Queen’s Beasts zählen sowohl in Gold als auch in Silber zu den Bestsellern. Außerdem zeichnet die Prägestätte aus Wales für die Produktion der Gedenkmünzen Großbritanniens sowie die Umlaufmünzen zahlreicher Länder aus aller Welt verantwortlich.