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Weltgeschichte im Hosentaschenformat: Ein Streifzug durch den „numismatischen Zeitstrahl“

Münzensammeln ist etwas für Langweiler – diesen Spruch muss sich so mancher Numismatiker anhören. Künftig kann er, wenn dieses plumpe Vorurteil mal wieder irgendwo zu hören ist, einfach eine kleine Schatzkiste öffnen und sein Gegenüber in vergangene Zeiten entführen: Mit dem „Numismatischen Zeitstrahl“ hat die Degussa Goldhandel eine faszinierende Kollektion zusammengestellt, welche die vielen Facetten der Numismatik auf kleinstem Raum zusammenfasst.

Egal, ob es um unterschiedliche Prägetechniken, Herrschaftsformen oder Regionen geht – der „Numismatische Zeitstrahl“ gleicht einer kompakten Weltgeschichte zum Anfassen. Denn Münzen sind faszinierende Zeitzeugen, sie sind Teil der Geschichte und ganz nebenbei vorzügliche Wertspeicher über Generationen hinweg – das wussten schon so kluge und kreative Köpfe wie der Dichterfürst Johann Wolfgang Goethe, der Schriftsteller Gerhart Hauptmann und der Opernsänger Enrico Caruso.

Bei der Zeitreise durch zweieinhalb Jahrtausende Münzgeschichte, welche die Degussa Goldhandel in monatelanger akribischer Recherche zusammengetragen hat, gibt es viel zu entdecken: Der Zeitstrahl beginnt im späten 6. Jh. v. Chr. mit einem silbernen Diobol, der als Nachfolger des vorher verbreiteten Tauschhandels verstanden werden kann. Auf der Suche nach einem allgemein akzeptierten Tauschmittel setzten die Mächtigen vor tausenden Jahren auf Edelmetalle, um den Zahlungsmitteln im gesamten Mittelmeerraum eine hohe Akzeptanz zu verschaffen. Die prächtigen Münzen zeigen einen Löwen auf der Vorder- und ein Blütenornament auf der Rückseite.

Aus der ersten Epoche der Münzgeschichte ist auch eine Prägung aus der Zeit Alexanders des Großen im „numismatischen Zeitstrahl“ integriert. Diese Münzen waren damals das bekannteste Zahlungsmittel der Welt, also sozusagen ein Vorläufer des US-Dollar oder Euro. Auch ein römischer Denar ist von der Partie – wer ein solches Stück heutzutage in den Händen hält, kann sich viel besser vorstellen, welchen Wert die Münzen von damals hatten. Denn die prächtige Münze ist nicht nur schwer, sie besaß damals auch eine Kaufkraft von 15 bis 25 Euro.

Nach Christi Geburt nehmen die Gepräge allmählich die Gestalt an, welche wir noch heute kennen – allerdings wurde, anders als im 21. Jahrhundert, weiterhin auf Edelmetalle als Wertversicherung für das Umlaufgeld gesetzt. Eine silberne Drachme der Parther und ein Silberling der Sassaniden verdeutlichen eine Zeit, in der das Geld noch einen echten Wert hatte und nicht durch die Druckerpresse beliebig vermehrt werden konnte. Und selbst „unedle“ Münzen, wie beispielsweise die „Folles“ aus Rom, sind heutzutage begehrte Sammlerstücke, vor allem in besseren Erhaltungsgraden.

Um die Jahrtausendwende verlagert sich die numismatische Weltgeschichte in der Degussa-Schatztruhe auf die deutschen Lande, darunter eine der ältesten Prägungen der Münzstätte Speyer: Ein silberner Pfennig. Ein weiterer Pfennig kommt aus München aus der Zeit um 1185. Teil des Zeitstrahls ist zudem ein venezianischer Soldino – diese Münze verdeutlicht den Einfluss von Venedig als führender Handelsmacht und größtem Finanzzentrum des Mittelalters. Zudem ist es den Numismatikern der Degussa Goldhandel gelungen, eine Münze mit dem Bildnis von Maria, der Mutter Jesu Christi, in die Kollektion aufzunehmen: Ein ungarischer Silberdenar wurde ursprünglich als „Glückspfennig“ genutzt und wurde in der Mitte des 16. Jh.  geprägt.

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