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Der Rücktransport der deutschen Goldreserven ist seit Jahren ein dauerhaftes Reizthema – es halten sich bis heute hartnäckig Gerüchte, dass das deutsche Gold gar nicht mehr existiert oder aus politischen Gründen im Ausland behalten werden soll. Nun drückt die Bundesbank jedoch aufs Tempo und schafft Fakten:  Inzwischen wurde etwa die Hälfte des deutschen Goldschatzes zurück nach Frankfurt geholt.

Ursprünglich sollte dieses Ziel erst im Jahr 2020 erreicht werden. Doch der Rücktransport von 674 Tonnen des deutschen Edelmetalls aus Tresoren der amerikanischen Notenbank in New York und der Banque de France in Paris wurde nun abgeschlossen. Die Rückführung war ein Mammutprojekt: 53.780 Barren zu einem Gewicht von je 12,5 Kilo wurden nach Frankfurt transportiert.

Bei der Vorstellung der Bilanz des Gold-Transports bemühten sich die Verantwortlichen nun darum, den anhaltenden Gerüchten um den Umfang der deutschen Goldreserven entgegen zu treten: „Jeder der Barren, die eingeliefert wurden, wurde umfangreich auf Gewicht und Feingehalt geprüft“, erklärte Carl-Ludwig Thiele, Vorstandsmitglied der Bundesbank. Man habe anfangs sogar 55 Tonnen Gold aus New York zu Testzwecken eingeschmolzen und in neue Barren gegossen, um sicherzustellen, dass es sich bei dem Material um reines Gold handelt.

Unterm Strich lagern nun knapp 50 Prozent des deutschen Goldes wieder in der Bundesrepublik, 36 Prozent befinden sich weiterhin in New York und 12,8 Prozent in London. Pläne für weitere Verlagerungen gibt es nach Einschätzung von Bundesbank-Vorstand Thiele nicht. Mit London und New York setzt die Bundesbank auf zwei wichtige Gold-Handelsplätze und will so sicherstellen, dass im Falle eines Verkaufs die Goldbarren nicht erneut aufwändig transportiert werden müssen.

Viele Edelmetall-Anleger blicken dennoch mit großer Skepsis auf die Lagerpolitik der Bundesbank und bezweifeln, dass beim deutschen Staats-Gold alles mit rechten Dingen zugeht. Mit einer Transparenz-Offensive, zu der beispielsweise die Veröffentlichung einer Bestandsliste aller deutschen Barren zählt, wollte die Bundesbank ihren Kritikern begegnen. Doch Verschwörungstheoretiker dürften diese Versprechen in Papierform nicht wirklich ernst nehmen und weiterhin vermuten, dass das Bundesbank-Gold überhaupt nicht mehr existiert oder zumindest teilweise von Amerika und Großbritannien zu Geld gemacht wurde.

Abseits dieser Kritik, für die es freilich auch keine Belege gibt, mahnten jedoch sogar offizielle Stellen in Deutschland zur Vorsicht: Der Bundesrechnungshof hatte beklagt, dass die die deutschen Goldreserven noch nie „körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht“ geprüft worden seien. Dass die meisten Privatanleger genau und sicher Bescheid wissen, wieviel Gold in welcher Form sie besitzen, während die deutschen Währungshüter bis jetzt keine sicheren Aufzeichnungen vorweisen konnten, brachte der Bundesbank viel Kritik ein.

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